Ein guter Kaschmirpullover ist kein Saisonartikel. Er ist eine Anschaffung, die zehn Jahre und länger begleiten kann – vorausgesetzt, er wird richtig behandelt. In der Praxis erleben wir häufig das Gegenteil: Das Lieblingsstück landet in der Reinigung, wird zu heiß gewaschen oder hängt auf einem Bügel im Schrank und verliert dort langsam seine Form.
Dabei ist Kaschmirpflege weder aufwendig noch kompliziert. Sie folgt nur anderen Regeln als der Rest der Wäsche. Wir haben zusammengefasst, was wir unseren Kundinnen und Kunden seit über 45 Jahren im Haus erklären.
Kaschmir muss seltener gewaschen werden, als Sie denken
Die wichtigste Regel zuerst: Waschen Sie weniger. Kaschmir ist eine Naturfaser mit selbstreinigenden Eigenschaften – Gerüche und leichte Feuchtigkeit verflüchtigen sich an der Luft von selbst.
Hängen Sie den Pullover nach dem Tragen für ein paar Stunden über einen Stuhl oder ans geöffnete Fenster, statt ihn in den Wäschekorb zu legen. In der Regel genügt es, ein Kaschmirteil nach drei bis fünf Trageeinheiten zu waschen. Bei einem Schal oder einer Mütze, die kaum direkten Hautkontakt haben, noch seltener.
Jede Wäsche ist eine mechanische Belastung. Wer seltener wäscht, verlängert die Lebensdauer messbar.
Vor dem Waschen: die kleine Vorbereitung
- Auf links drehen. Das schützt die Oberfläche und reduziert Knötchenbildung.
- Flecken sofort behandeln, nicht erst beim Waschgang. Tupfen, niemals reiben – Reiben filzt die Faser.
- Pflegeetikett prüfen. Manche Mischgewebe haben eigene Anforderungen.
- Nach Farben sortieren und Kaschmir niemals gemeinsam mit Reißverschlüssen, Jeans oder Handtüchern waschen.
Handwäsche: die schonendste Methode
- Becken mit lauwarmem Wasser füllen – maximal 30 °C. Warm anfühlen darf es sich nicht.
- Waschmittel einrühren. Wir arbeiten mit Kaschmirliebe von Kaëll: rund 10 ml auf 5 Liter Wasser. Das Konzentrat wird zuerst im Wasser verteilt, bevor das Kleidungsstück hineinkommt.
- Pullover eintauchen und 5 bis 10 Minuten liegen lassen. Sanft durch das Wasser bewegen, mehr nicht. Kein Kneten, kein Rubbeln.
- Klar spülen – mit Wasser derselben Temperatur. Temperaturwechsel lassen die Faser verfilzen.
- Wasser vorsichtig herausdrücken, niemals wringen. Anschließend den Pullover in ein trockenes Handtuch einrollen und die Restfeuchte herausdrücken.
Maschinenwäsche: erlaubt, wenn die Einstellungen stimmen
Kaschmir in der Maschine ist kein Tabu – die Kombination muss nur stimmen:
- Wollprogramm oder Handwaschprogramm, maximal 30 °C
- Schleudergang auf 400 bis 600 Umdrehungen reduzieren oder ganz abstellen
- Wäschenetz verwenden, damit das Teil nicht an der Trommel scheuert
- Maximal 20 ml Konzentrat in die Hauptwaschkammer
- Kein Weichspüler. Er legt sich auf die Faser und nimmt Kaschmir genau die Eigenschaft, für die man ihn kauft.

Warum das Waschmittel den Unterschied macht

Normales Vollwaschmittel enthält Enzyme, Bleich- und Aufhellmittel. Diese greifen tierische Fasern an: Der Pullover wird stumpf, verliert Volumen und beginnt zu pillen.
Kaschmirliebe von Kaëll ist ein rückfettendes Konzentrat mit Lanolin – dem natürlichen Wollfett, das die Faser umschließt und geschmeidig hält. Statt den Pullover mit jeder Wäsche ein Stück auszulaugen, gibt es ihm zurück, was das Waschen entzieht. Der praktische Effekt: weniger Knötchen mit jeder Anwendung.
Die Konzentrate von Kaëll werden in Deutschland hergestellt, kommen ohne Aufheller und Bleichmittel aus und sind dermatologisch geprüft. Ein Zusatz von Weichspüler entfällt komplett. Der Duft nach weißem Jasmin und Sandelholz ist zurückhaltend – Kaschmir soll nach nichts riechen, außer nach sauber.
Bei uns erhältlich:
- Kaschmirliebe für Kaschmir, Wolle, Merino und Daune – 250 ml (ca. 25 Wäschen) oder 500 ml (ca. 50 Wäschen)
- Hautnah für Seide und Viskose – die passende Ergänzung für Blusen und Kleider
Trocknen: liegend, niemals hängend
Ein nasser Kaschmirpullover auf einem Bügel zieht sich unter seinem eigenen Gewicht in die Länge – und kommt nicht mehr zurück.
Legen Sie das Teil stattdessen flach auf ein trockenes Handtuch, ziehen Sie es vorsichtig in seine ursprüngliche Form und lassen Sie es bei Zimmertemperatur trocknen. Nicht auf der Heizung, nicht in der Sonne, nicht im Trockner. Direkte Hitze lässt die Faser schrumpfen und verhärten.
Wenden Sie das Teil nach einigen Stunden einmal, damit es gleichmäßig durchtrocknet.
Knötchen entfernen – kein Qualitätsmangel
Pilling entsteht durch Reibung, besonders unter den Armen, an Taschen und dort, wo der Gurt der Umhängetasche liegt. Auch hochwertiges Kaschmir pillt in den ersten Wochen – das gehört dazu und lässt bei guter Ware nach.
Entfernen Sie die Knötchen mit einem Kaschmirkamm oder einer Kaschmirbürste, immer in eine Richtung und ohne Druck. Von Rasierern und elektrischen Fusselrasierern raten wir ab: Sie schneiden zu tief und beschädigen die Oberfläche dauerhaft.
Richtig lagern über den Sommer
- Immer gefaltet, nie auf dem Bügel. Schultern verformen sich sonst irreversibel.
- Nur sauber einlagern. Hautschuppen und Schweißreste sind das, was Motten anzieht – nicht die Wolle selbst.
- Zedernholz oder Lavendelsäckchen statt Mottenkugeln.
- Atmungsaktive Stoffbeutel verwenden, keine Plastikhüllen. Kaschmir braucht Luft.
Die fünf häufigsten Fehler
- Zu heiß gewaschen
- Nass auf den Bügel gehängt
- Weichspüler verwendet
- Zu oft gewaschen
- Ungereinigt in den Sommerschlaf geschickt
Häufige Fragen
Kann ich Kaschmir in die Reinigung geben?
Möglich, aber selten nötig. Die chemische Reinigung belastet die Faser stärker als eine sachgerechte Handwäsche. Sinnvoll ist sie bei Sakkos, gefütterten Teilen und hartnäckigen Flecken.
Was tun, wenn der Pullover eingelaufen ist?
Ein lauwarmes Bad mit einem Schuss Haarspülung kann die Faser entspannen. Ziehen Sie das feuchte Teil anschließend behutsam in Form und lassen Sie es liegend trocknen. Vollständig lässt sich Verfilzung allerdings nicht rückgängig machen.
Wie oft sollte ich Kaschmir waschen?
Nach etwa drei bis fünf Trageeinheiten. Zwischendurch reicht Lüften.
Ist teures Kaschmir wirklich besser?
Entscheidend ist die Faserlänge. Lange Fasern ergeben ein Gestrick, das weniger pillt und länger in Form bleibt – und lange Fasern sind teurer in der Beschaffung. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einem Pullover für drei Winter und einem für zehn.
Sie haben Fragen zu einem bestimmten Teil?
Bringen Sie es gern mit. Wir schauen es uns gemeinsam an und sagen Ihnen ehrlich, ob sich eine Aufarbeitung lohnt – auch wenn Sie es nicht bei uns gekauft haben.
Dittrich – Mode und Schuhe für Männer und Frauen
In der alten Molkerei, Minden
Telefon: +49 (0) 571 828190